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Ein Urknall Marke Eigenbau |
Titel: Ein Urknall Marke Eigenbau
Kategorie: Religion / Christliche Ethik
Das LHC-Projekt (LHC = Large Hadron Collider) des Europäischen Kernforschungszentrums CERN in Genf ist eines der aufwändigsten und teuersten Experimente, das die Menschheit in ihrer Geschichte jemals durchgeführt hat. Allein am Experiment mit der Komponente ATLAS (einer der installierten Detektoren) werden voraussichtlich 1870 Forscher aus 150 Instituten weltweit teilnehmen. Man wird sich einen eigenen Urknall zum Zwecke des Erkenntniszuwachses schaffen und sucht nach nicht weniger als dem, „was die Welt im Innersten zusammenhält“, erklärte ein Forscher in Anlehnung an Goethes „Faust“. Doch verschiedene Wissenschaftler mahnen zur Vorsicht. Zu welcher Bewertung kann man unter Berücksichtigung christlicher Maßstäbe kommen?

Als erwiesen dürfte erachtet werden, dass nicht alles, was der Mensch zu bauen und zu vollbringen in der Lage ist, auch tatsächlich sinnvoll und zu seinem Nutzen geeignet ist. Einige Wissenschaftler mahnen auch beim LHC-Projekt zur Vorsicht, bestehe doch ein nicht zu unterschätzendes Risiko, dass sog. schwarze Löcher entstehen könnten, welche sich als stabiler erweisen könnten, als man eigentlich kalkuliert. Ein schwarzes Loch bezeichnet ein astronomisches Objekt, das eine extrem hohe Massenkonzentration und ein so starkes Gravitationsfeld aufweist, dass es alles (Licht und Materie) „einsaugt“, was ihm zu nahe kommt. Schwarze Löcher kommen im Universum natürlich vor, bislang glücklicherweise jedoch in relativ großem Abstand zur Erde. Die Befürchtung einiger Wissenschaftler ist nun, dass im Teilchenbeschleuniger LHC derartige gefährliche schwarze Löcher direkt im Genfer Erdboden entstehen könnten. Diese könnten möglicherweise nach ihrer Entstehung exponentiell wachsen und die Erde von innen einsaugen, statt sofort wieder zu zerfallen, spekulierte ein Wissenschaftler in einer Reportage des ZDF. Eine Majorität der Forscher geht zwar davon aus, dass es zu solch einer Katastrophe nicht kommen werde, doch ein vollständiger Beweis der Ungefährlichkeit des Versuchs ist wohl nicht zu erbringen. Angesichts dieser Situation lässt sich nun fragen, wie man sich als Normalverbraucher zu diesem Projekt positionieren sollte. Gewiss, der technologische und wissenschaftliche Fortschritt ist wichtig und Wissenschaftsschelte als Ketzerei ist selbstverständlich Unfug von gestern, doch bei all den sich bietenden, faszinierenden Möglichkeiten muss doch kritisch hinterfragt werden, ob der Mensch überhaupt in der Lage ist, diese zu beherrschen. Argumentiert man vom jüdisch-christlichen Menschenbild her, gelangt man in dieser Frage schnell zu den Schöpfungserzählungen und der Sündenfallgeschichte im Alten Testament. Dort wird geschildert, wie Gott dem Menschen verbietet, vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen (Gen 2,17), welcher ein sprachliches Ersatzkonstrukt zur Beschreibung des menschlichen Strebens nach Allwissenheit und Allmacht (Hybris) ist und nicht positive Eigenschaften des Menschen wie seine Entscheidungsfreiheit oder das ihm eigene Reflexionsvermögen meint. Diese Weisung dient aber keineswegs dazu, den Menschen dumm zu halten oder zu einer Marionette Gottes zu machen, sondern ist überaus lebensförderlich gedacht. Der Mensch kann – aufgrund seiner geschöpflichen Eingeschränktheit – die Folgen seines Handelns nicht allwissend überblicken. Dieses Faktum war zur Zeit der Entstehung der biblischen Texte wie auch heute uneingeschränkt gültig, bloß dass die Methoden der Anmaßung des Menschen inzwischen andere sind. Das metaphorische Verbot, vom genannten Baum zu essen, dient, so kann man es auf den Punkt bringen, dem Schutz des Menschen vor sich selbst. Der Mensch ist schlicht und ergreifend nicht perfekt genug, dass er sich zum Schöpfer aufspielen könnte, ohne dass dies zu seinem eigenen Schaden geschehen könnte. Was das für potenziell weltbedrohende Experimente aller Art bedeutet, dürfte klar sein: Von der Entwicklung biologischer Kampfstoffe oder anderer Massenvernichtungswaffen, von bestimmten Genmanipulationen, deren langfristige Folgen nicht abzusehen sind, oder vom künstlichen Herbeiführen eines durch Menschenhand geschaffenen Urknalls im Teilchenbeschleuniger sollte der Mensch bei Anwendung des jüdisch-christlichen Menschenbildes die Finger lassen. Stattdessen sollte er die Welt auftragsgemäß bewahren und behüten (Gen 2,15), denn von der hat man ja bereits im Anfang gesehen, dass sie „sehr gut war“ (Gen 1,31), so wie sie war.
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| Aus dem Lexikon |
Monopol
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