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Dezentrale Versorgung - Lösung der Energiekrise |
Titel: Dezentrale Versorgung - Lösung der Energiekrise
Kategorie: Politik und Wirtschaft / Energie- und Umweltpolitik
 | Dieser Artikel ist ein Aufsatz zu einem politischen Thema, zu dem der Autor Stellung bezieht. Es handelt sich um keinen meinungsneutralen Lexikonartikel. |
Die Verbraucher ächzen zunehmend unter steigenden Preisen für Strom, Gas und Heizöl. Doch diese Ressourcen werden nicht nur immer teurer, sie werden auch unter teils problematischen Bedingungen gewonnen. Der Strom wird in Deutschland aus einem Energiemix der klimaschädlichen Kohlekraft (>50% Anteil an der Stromerzeugung), der Hochrisikotechnologie Kernkraft (etwa 30%) und regenerativen Energien gewonnen. Während die Nutzung fossiler Brennstoffe durch CO2-Emissionen den Klimawandel fördert, fällt bei der Kernenergie neben dem radioaktiven Müll, der über Jahrtausende „sicher“ gelagert werden müsste, auch noch ein erhebliches Betriebsrisiko an. Störfälle gibt es ständig, doch die Bevölkerung wird oft nur verzögert oder nicht umfassend informiert. Die „Einschätzung“, dass für Umwelt und Bevölkerung keine Gefahr bestehe und zu keinem Zeitpunkt bestanden habe, scheint in Anbetracht ihrer reflexartigen Feststellung auf den entsprechenden Meldeformularen bereits vorgedruckt zu sein. Den Energiekonzernen bescheren ihre Großkraftwerke jedoch Jahr für Jahr hohe Gewinne und eine prima Rendite. An einem tatsächlichen Wettbewerb der Stromkonzerne, wie er in den vergangenen Jahren eigentlich hätte entstehen sollen, mangelt es noch, wie Recherchen verschiedener Polit-Magazine des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gezeigt haben1,2,3. Um Abhilfe zu schaffen, entstand die Idee, die Netze der Stromerzeuger zu enteignen4, um allen Stromanbietern einen gleichen Zugang zum Endkunden zu gewährleisten – ohne Benachteiligung kleiner oder neuer Unternehmen. Bislang ist in diese Richtung nichts geschehen. In Sachen Öl und Gas sind die Aussichten nicht viel besser: Langfristig werden die Preise unweigerlich weiter steigen, allein schon da die beiden fossilen Energieträger endlich sind und das verknappt das Angebot. Spekulationen mit den Ressourcen treiben den Preis nach oben, politische Instabilität oder Unzuverlässigkeit von Lieferstaaten wirken sich preistreibend aus und auch der Staat verdient am Verkauf durch Rohölsteuer, Mehrwertsteuer, ... nicht zu knapp mit. Oftmals wird auch die Abhängigkeit der Wirtschaft und Verbraucher von Lieferstaaten wie Russland, das bereits Gaslieferungen an andere Staaten einstellte5, um Druck auszuüben, kritisiert. Was aber kann der Verbraucher von sich aus tun, um der Energiekrise zu entfliehen? Was muss langfristig „oben“ entschieden werden, um der Energiekrise Herr zu werden, ohne der Klimakrise Vorschub zu leisten? Zunächst ist festzustellen, wie elektrischer Strom hierzulande in der Regel erzeugt wird: Dies geschieht zentral in Großkraftwerken, in denen neben Strom auch noch Unmengen an Wärme anfallen. Diese Wärme wird in vielen Anlagen hauptsächlich in Flüsse abgegeben oder mit großen Kühltürmen beseitigt, statt sie produktiv zu nutzen, auch wenn es durchaus Anlagen gibt, in denen neben Strom auch Fernwärme erzeugt wird. Ein ganz anderes und langfristig sicher zukunftsfähigeres Modell der Versorgung mit Strom und Wärme ist das der dezentralen Energieerzeugung. Dabei erzeugt jeder Verbraucher Strom und Wärme zur Deckung seines Bedarfs selbst. Heute geschieht dies bereits in Photovoltaikanlagen (kurz PV-Anlagen), Photothermie und Erdwärmeheizungen. Das Haus der Zukunft – oder besser – der modernen Gegenwart versorgt sich weitgehend autark. Würde jedes Haus über eine eigene Photovoltaikanlage verfügen, würde sich der Betrieb der Großkraftwerke aufgrund des hohen und nicht lokal zu deckenden Bedarfs der Industrie nach Energie zwar noch nicht erübrigen, aber es ließen sich beträchtliche Einsparungen erzielen. Werden verschiedene Methoden der Energiegewinnung gekoppelt, ist der Haushalt über weite Zeiträume unabhängig von einem größeren Versorgungsnetz. Da der Solarstrom abgesehen von den einmal zu tätigenden Investitionen gratis fließt, ließe sich zudem ein Elektroauto kraftstoff- und somit (abgesehen von steuerlichen und versicherungstechnischen Belastungen) kostenfrei betreiben. Wer über eine autarke Energieversorgung verfügt, wird von den noch zu befürchtenden Preisschüben für Strom, Gas und Benzin/Öl deutlich weniger hart getroffen werden, als diejenigen, die vollends auf die Versorgung durch Energiekonzerne und Ölscheichs angewiesen sind. Eine sinnvolle Maßnahme wäre es also, die Errichtung einer entsprechenden Energieversorgung für sämtliche Neubauten gesetzlich vorzuschreiben. Auch Objekte des sozialen Wohnungsbaus und sonstige Bauanlagen öffentlicher Eigentümer müssten mit entsprechenden Anlagen ausgestattet werden. Dass das durchaus möglich ist, zeigte vor einiger Zeit bereits die ARD-Reportage „Tschüss Öl, ciao Gas“6. So ließe sich verhindern, dass es aufgrund der Entwicklung von Strom und Brennstoff zu Luxusgütern sozialer Unfrieden entstünde. Letztlich wäre es ohnehin der Staat, der die teuren Energiekosten der Empfänger von Transfereinkommen zu übernehmen hätte. Langfristig ist also auch er besser beraten, auf die unabhängige Versorgung zu setzen. Nebenbei bemerkt ist Deutschland eine der führenden Wirtschaftsnationen, was regenerative Energien angeht. Eine gesetzliche Verpflichtung von Bauherren, eine eigene Energieversorgung sicherzustellen, wäre somit auch ein gigantisches Wirtschaftsförderungsprogramm. Neben den großen Anbietern von Solarenergiesystemen wären es die lokalen Handwerksbetriebe, die von den Anlageninstallationen profitieren würden.
Quellen und ergänzende Informationen:
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